{"id":274,"date":"2017-06-24T12:35:28","date_gmt":"2017-06-24T10:35:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.siedlung-taize.de\/?page_id=274"},"modified":"2021-07-27T18:31:52","modified_gmt":"2021-07-27T16:31:52","slug":"unsere-zelte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.siedlung-taize.de\/?page_id=274","title":{"rendered":"Unsere Zelte"},"content":{"rendered":"\r\n<p>Wir Pfadfinder*innen aus Woffenbach sind traditionell mit Kohten und Jurten auf Fahrt und Lagern unterwegs. Diese sog. Schwarzzelte (Kohte und Jurte sind i. d. R. aus einem dicken schwarzen Baumwollstoff) sind modular aufgebaut, so dass zum einen jeder seinen Teil des Zeltes schultern kann und zum anderen beeindruckende Konstruktionen auch fernab von &#8222;normalen&#8220; Schlafzelten m\u00f6glich sind.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.siedlung-taize.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Jurtenburg.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-709\" src=\"https:\/\/www.siedlung-taize.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Jurtenburg.jpg\" alt=\"\" width=\"498\" height=\"373\" srcset=\"https:\/\/www.siedlung-taize.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Jurtenburg.jpg 600w, https:\/\/www.siedlung-taize.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Jurtenburg-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 498px) 100vw, 498px\" \/><\/a>\r\n<figcaption>&#8222;Kleine&#8220; Jurtenburg, bestehend aus einer mittleren Hochjurte und drei niedrigeren Satellitenjurten.<br \/><br \/><\/figcaption>\r\n<\/figure>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Die Kohte<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Die heute im deutschsprachigen Raum bekannte Kohte stammt urspr\u00fcnglich aus der Jungenschaft d.j.1.11, einem Bund der B\u00fcndischen Jugend (siehe auch <a href=\"https:\/\/www.siedlung-taize.de\/?page_id=260\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.siedlung-taize.de\/?page_id=260\">Geschichte der Pfadfinderei<\/a>). <br \/>Sie wurde um 1930 von Eberhard Koebel (Tusk) auf Basis der Zeltform der finnischen Samen entwickelt.<br \/>Das Zelt ist der samischen Sommer-K\u00e5ta (schwedisch f\u00fcr Kate, Kote oder katenf\u00f6rmiges Zelt) nachempfunden. Das Wort Ko(h)te ist sehr alt und stammt bereits aus der finnisch-ugrischen Ursprache. Dorthin d\u00fcrfte es aus dem Indogermanischen gelangt sein und ist m\u00f6glicherweise mit unseren W\u00f6rtern Haus und H\u00fctte verwandt. Vergleiche auch das fl\u00e4mische Wort &#8222;Kot&#8220; (Kate, Niederl\u00e4ndisch &#8222;Hok&#8220;) und das englische Wort &#8222;cot&#8220; (H\u00fctte).<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.siedlung-taize.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Kohte_Mongolei.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-715\" src=\"https:\/\/www.siedlung-taize.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Kohte_Mongolei.jpg\" alt=\"\" width=\"422\" height=\"311\" srcset=\"https:\/\/www.siedlung-taize.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Kohte_Mongolei.jpg 839w, https:\/\/www.siedlung-taize.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Kohte_Mongolei-300x221.jpg 300w, https:\/\/www.siedlung-taize.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Kohte_Mongolei-768x567.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 422px) 100vw, 422px\" \/><\/a>\r\n<figcaption>Eine Kohte mit Siedlungsfahne in der mongolischen Steppe<\/figcaption>\r\n<\/figure>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Eine Kohte besteht in der Regel aus vier Baumwollt\u00fcchern. Diese lassen sich in Schlaufentechnik unter Verwendung von Regenabdeckleisten regendicht verbinden. Die Kohtenbl\u00e4tter werden an ein gebundenes Kreuz geh\u00e4ngt, das urspr\u00fcnglich von einer Schere aus zwei Stangen gest\u00fctzt wurde. Je nach Situation findet auch ein Mittelmast, an dem die Kohte hochgezogen wird, Verwendung. Die Schere oder der Mittelmast f\u00e4llt nicht um, da sie\/er durch Zug des Zeltes gehalten wird. <br \/>Eine Kohte kann aber auch an einem Baum befestigt werden. Es entsteht durch zus\u00e4tzliches Abspannen von vier weiteren Ecken eine insgesamt achteckige Grundform. Eine Kohte hat keinen Boden und in der Mitte ein Rauchabzugsloch. Dadurch kann im Inneren ein offenes Feuer gemacht werden. Das Rauchloch kann mit einer Abdeckplane oder einem Poncho abgedeckt werden, um Feuchtigkeit abzuhalten.<\/p>\r\n<figure id=\"attachment_765\" aria-describedby=\"caption-attachment-765\" style=\"width: 368px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.siedlung-taize.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/760691755.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-765 \" src=\"https:\/\/www.siedlung-taize.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/760691755-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"368\" height=\"276\" srcset=\"https:\/\/www.siedlung-taize.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/760691755-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.siedlung-taize.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/760691755.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 368px) 100vw, 368px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-765\" class=\"wp-caption-text\">Kohten am Pfingstlager der VCP Region Mitte<\/figcaption><\/figure>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Der Erfinder Eberhard K\u00f6bel (Tusk) hatte vorgesehen, dass jede Gruppe auf ihrer Kohte einen individuell gestalteten, farbigen Ornamentstreifen anbringt. Die \u00fcbrige Kohte sollte schwarz belassen werden. Mittels eines 30 cm breiten wei\u00dfen Stoffstreifens, der 50 cm von der Unterkante entfernt angen\u00e4ht wird, wird ein bemalbarer Untergrund geschaffen und danach mit den Farben blau, rot, gr\u00fcn und gelb bemalt. Heute gibt es nur wenige Gruppen, die sich diese M\u00fche machen, zumal die Kohten ohne Ornamentstreifen ausgeliefert werden und aufgrund ihrer Qualit\u00e4t i. d. R. auch deutlich l\u00e4nger in Benutzung sind und so von mehreren Gruppen benutzt werden.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure id=\"attachment_736\" aria-describedby=\"caption-attachment-736\" style=\"width: 351px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.siedlung-taize.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_20210618_202555-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-736\" src=\"https:\/\/www.siedlung-taize.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_20210618_202555-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"351\" height=\"263\" srcset=\"https:\/\/www.siedlung-taize.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_20210618_202555-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.siedlung-taize.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_20210618_202555-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.siedlung-taize.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_20210618_202555-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.siedlung-taize.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_20210618_202555-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.siedlung-taize.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/IMG_20210618_202555-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 351px) 100vw, 351px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-736\" class=\"wp-caption-text\">Eine Kr\u00f6te im Wald<\/figcaption><\/figure>\r\n<p>Mithilfe eines einzigen Kohtenblattes kann au\u00dferdem sehr leicht und schnell w\u00e4hrend des haijkens eine Schlafst\u00e4tte f\u00fcr nur eine Nacht auf- und am n\u00e4chsten Morgen wieder abgebaut werden. Eine sogenannte Kr\u00f6te!<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Die Jurte<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Fr\u00fchgeschichte<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<div class=\"wp-block-image\">\r\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.siedlung-taize.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/16a_0463_small.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-702\" src=\"https:\/\/www.siedlung-taize.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/16a_0463_small.jpg\" alt=\"\" width=\"378\" height=\"252\" srcset=\"https:\/\/www.siedlung-taize.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/16a_0463_small.jpg 640w, https:\/\/www.siedlung-taize.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/16a_0463_small-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 378px) 100vw, 378px\" \/><\/a>\r\n<figcaption>Eine mongolische Jurte mit ein paar Woffenbacher Pfadfinder*innen<\/figcaption>\r\n<\/figure>\r\n<\/div>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Die Jurte hat schon eine mehr als zweitausendj\u00e4hrige Geschichte hinter sich. Sie wurde fr\u00fch von den asiatischen Nomaden benutzt, und passte in ihrer Ursprungsform ohne weiteres auf zwei Kamele. Besonders die Mongolen benutzen die Jurte als zentralen Ort ihres nomadischen Lebens, was gesicherte Aufzeichnungen aus dem 6. Jh. n. Chr. belegen. Aber auch in Kasachstan, Usbekistan und Turkmenistan benutzten die herumreisenden V\u00f6lker die Jurte als Schlaf- und Aufenthaltszelt. Die mongolische Jurte, wie die klassische Jurte heute aufgrund ihrer starken Verbreitung innerhalb der mongolischen Nomaden genannt wird, besteht aus einem stabilen Holzgrundger\u00fcst und einer Au\u00dfenhaut, der mongolischen Tradition entsprechend aus Filz. <br \/>Die modulare Aufbauweise durch Dach und Seitenteile ben\u00f6tigte man damals nicht. Den Filz gewannen die Mongolen meist aus eigener Herstellung. Durch die besondere Dichte der Fasern des Filzes wurde es in der beheizten Jurte nie kalt oder nass. Der Filz ist noch winddichter als moderner Jurtenstoff, gleichzeitig aber auch schwerer. Einer der bekanntesten Jurtenbenutzer war wohl Dschingis Khan. <br \/>Auch heute noch ist die mongolische Jurte von Tradition gepr\u00e4gt. So ist jeder Platz in der Jurte genau einer Aufgabe und einem Benutzer zugeteilt. Der Herr der Jurte sitzt z. B. meistens gegen\u00fcber des Eingangs, um den gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen \u00dcberblick zu haben. Wird einem\/einer Fremden ein Platz an seiner Seite angeboten, so ist das als Ehrenzuweisung zu verstehen. <br \/>Innerhalb der Jurte wurde fr\u00fcher ein offenes Feuer als W\u00e4rmequelle und zum Kochen benutzt. Heutzutage ist diese allerdings einem Ofen mit Kaminrohr gewichen. <br \/>Neben den im Land verteilt lebenden, noch immer nomadischen Mongolen gibt es auch verst\u00e4dterte Mongolen, die in Vorst\u00e4dten immer noch in Jurten hausen. So entstehen mit Hintergrund von Wolkenkratzer und Gro\u00dfwohnblocks idyllisch anmutende Zeltst\u00e4dte.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p><strong>Neuzeit<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<figure id=\"attachment_767\" aria-describedby=\"caption-attachment-767\" style=\"width: 399px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.siedlung-taize.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/191-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-767 \" src=\"https:\/\/www.siedlung-taize.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/191-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"399\" height=\"299\" srcset=\"https:\/\/www.siedlung-taize.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/191-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.siedlung-taize.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/191-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.siedlung-taize.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/191-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.siedlung-taize.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/191-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.siedlung-taize.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/191-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 399px) 100vw, 399px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-767\" class=\"wp-caption-text\">Jurten am Landeslager des VCP Land Bayern<\/figcaption><\/figure>\r\n<p>1928 entdeckte Eberhard Koebel (tusk), Gr\u00fcnder der &#8222;deutschen autonomen Jungenschaft&#8220; (dj.1.11). aus der b\u00fcndischen Jugend, die Idee der Kohte von den Lappen neu und entwickelte sie weiter. Er gilt ebenso als Begr\u00fcnder der modernen Jurte und erfand zudem noch die sog. Jungenschaftsjacke. Koebel entwickelte die Kombinationsm\u00f6glichkeit und die modulare Aufbauweise der modernen Kohten und Jurten. <br \/>W\u00e4hrend der Nazi-Herrschaft, 1934 bis 1945, waren Kohte und Jurte verboten. Sie galten als Ausdruck der Lebensweise und Geisteshaltung der B\u00fcndischen, deren Individualismus und Streben nach Selbstbestimmtheit der nationalsozialistischen Gleichschaltung der Jugend zuwider lief. Selbst der Besitz eines Schwarzzeltes war strafbar. <br \/>Ab 1946 entwickelten sich die Schwarzzelte zu den Standardzelten der deutschen Pfadfinderbewegung.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir Pfadfinder*innen aus Woffenbach sind traditionell mit Kohten und Jurten auf Fahrt und Lagern unterwegs. Diese sog. Schwarzzelte (Kohte und Jurte sind i. d. 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